Anmerkung zum Katalog: Aktuell Nr.26 November 2019

Bislang gab es zur Gegenreformation nur wenig Anschauungsmaterial. Zwar lieferte El Grecos Großinquisitor ein besonders aussagekräftiges Portrait; aber viele der sonstigen Akteure blieben bisher visuell unsichtbar.
Nun ist es gelungen, eine ganze Reihe ´schwarzer Herren´ aus Portraits des Tizian-Nachfolgers Giambattista Moroni zu identifizieren. Es sind bezeichnenderweise Portraits ohne Beigaben, weswegen sie bisher nicht aufgeklärt werden konnten. Sie treten in einer Variante spanischer Mode schmucklos in Schwarz auf und unterstreichen somit ihre Intention, die Kirche von ideologischen Abweichlern zu reinigen. Erfüllt von ihrer Aufgabe verkörpern sie Askese und rigorose Strenge. Sie waren, wie man ihren Viten entnimmt, nicht selbst gewalttätig, aber von ihrer Mission überzeugt, Reformarbeit zu leisten.