Accademia dei Fantastici
dt, der Fantasievollen
ca. 1625 ─ 17█Rom

Nach dem Ende der → Accademia dei Umoristi bestand der Wunsch nach einer neuen Formation für Literaten und Künstler. Diese Gruppierung löste die Accademia dei Umoristi ab und bestand vorwiegend aus Literaten. bei denen der Erneuerungswunsch stark war. Bedauerlicherweeie sind kaum Ajtivitäten bekannt geworden. Sie legten 1637 einen Sammelband ihrer Dichtung vor: Poesie degli Accademia dei Fantastici. Ihr Motto war: Quidlibet Audendi (wozu immer man Lust hat). Dementsprechend wurde die Gruppe zu einem Sammelbecken von sehr unterschiedlichen Literaten.

Teilnehmer
Claudio Achillini 1574 ─ 1640
wae ein vieleitiger Humanist: Philosoph´, Poet,Mathematiker, Theologe.
Francesco Balducci
Andrea Barbazza / il Ritoso
war vordem Anführer der ´Accademia dei Gelati´ in Bologna gewesen.
Benedetto Benedetti 1629/36
war Bischof von Caorle.

Francesco Benedetti
Antonio Bruni
Francesco Carducci
Giovanni Battista Caroli
Tiberio Ceuli
Paolo Cittadonio
Alfonso Confidati
war Poet.

Bernardo Evangelista
Giuseppe Ferretti
Girolamo Garopoli
Berlingherio Gessi 1563 ─ 1639
hatte eine eigene →´Accademia Gessiana´ gegründet.

Giovanni Battista Giobbe
Giovanni Antonio Goffredi
Lodovico Grignani
druckte 1637 eine Anthologie ´Poesie degli Accademia dei Fantastici di Roma´ und 1655 eine weitere unter dem Titel ´In lode d'Alesdsandro VII´.

Giacopo Guglielmi
Girolamo Laniana
Giovanni Martino Longo 
schuf 1637 ein programmatisches Madrigal.
P. M. Bonaventura Malvasia 1598 ─ 1666
Stefano Marini
Gabriel Marino

Giovanni Marzino Longo
lieferte ein programmatisches Madrigal.
Francesco Masucci
Giovanni Francesco Materdona
veröffentlichte 1711 in Venedig ´L'utile Spavento del Peccatore´.
Decio Mazze
i
Pietro Michiele
de Montereu

Cesare Panimolle
publizierte über Kirchenrecht.
Pietro Pannini
Francesco Paoli
Virginio Patriarchi
Giovanni Battista Piacenza

Bartolomeo Piazza 
trat 1625 mit dem Traktat ´Eusevologio Romano´ hervor.
Marco Piccarelli
Lodovico Prosperi
Napoleone Ricci
Benedetto Rivogli
publizierte zum Thema Pferdeballett.
Giovanni Maria de'Rossi
Giovanni Salzilli
war Poet und Übersetzer von Milton.
Scipione Santacroce, Duca di san Gemini 1681 ─ 1747
Vincenzo Maria Savarelli
Claudio Scoppa
Carlo Spada
Niccolò Strozzi + 1655
wurde Sekretär von Bischof Massini und danach von Kardinal Cesarini. Er verstand sich als Vermittler spanischer Dramen ins Toskanische. Durch Kardinal Mazzarin und Maria de'Medici stieg er zum regierenden Misnister in Florenz auf.
Anton Freancesco Tempestini
Fulvio Testi 1593 ─ 1646
war Diplomat für die Este sowie Poet.
Clemente Tosi

war Benediktinerabt. Nach einer Asien-Missionsreise 1669 publizierte er ´L'India Orientale´ 1678.
Giulio Cesare Valentini
Viviano Vellori
Vittorio Venturelli
 
Initiator 2. Phase
bzw. Wiederbegründer
Giuseppe Malatesta Garuffi 1649/55 ─ 1727 
warb um Maler und Poeten, konnte aber seine vollmundige Ankündigung nicht wahrmachen.
Durch seine Publikation ´L'Italia Accademica´ wurde er kulturgeschichtlich bedeutsam. Garuffi gab 1705-08 die Zeitschrift ´Il Genio de'Letterati´ heraus und versuchte eine erste Gesamtdarstellung der Akademien zu schreiben.

 
Literatur
Michele Maylender: Storia delle Accadenmie d'Italia. Bologna 1926-30


Accademia Ferrarese

dt. von Ferrara
1570 ─ 1590

Ferrara-002Andrea Bonzoni: Das Zentrum von Ferrara.
Stich von 1747
Ferrara gehörte unter der Herzogsfamilie d’Este zu den Höfen in Italien, die sich im internationalen Wettbewerb um Spitzenmusiker bemühten und dadurch einen wichtigen Platz in der musikalischen Entwicklung Italiens einnahmen. Nur ist in diesem Fall die geschichtliche Überlieferung bedauerlicherweise lückenhaft. Innerhalb der Gruppe wurden Dispute über die imperfettioni della moderna musica geführt.
In dieser Akademie schlossen sich diejenigen Akteure zusammen, welche die Musik bei Hofe und im kirchlichen Bereich vom Herzog zu organisieren beauftragt waren. Bischof Rosetti beklagte sich aber auch, daß im Duomo manchmal la musica era debole sei. Bei kulturellen Veranstaltungen fanden diese meist in der Casa Putti statt bzw. im Palazzo Schifanoia.
Außerdem gab es eine Accademia della Morte, eine Laienvereinigung in Ferrara, welche die Musiker bei prominenten Beerdigungen und Pilgerfahrten organisierte. Hierzu wurden Musiker aus der höfischen Capella herangezogen.

Teilnehmer
Lodovico Agostini
war 1572 beteiligt.
Pietro da Breda
Claudio Buisetti
Ippolito Fiorini/o c. 1549 ─ 1621 
war eigentlich Lautenist, aber vor allem Komponist und maestro di capella.
1594-97 übernahm Fiorino für die Accademia della Morte die Organisation und verfügte dabei über bis zu 26 Musiker.
Antonio Goretti ca. 1570 
war Assistent des Organisten Luigi Mazzi und Komponist von Messen und Gesangspartien.
Paolo Isnardi
war von 15733 – 1596 beteiligt
Luzzasco Luzzaschi
war
Organist.
Alfonso della Viola
war
bis 1572 beteiligt.

Literatur
Paolo Fabbri in: Storia di Ferrara VI. Ferrara 2000 S. 358/59


Accademia dei Filarmonici
ca. 1480 Bologna

Der Nährboden für diese noch heute bestehende Lehr-Institution wurden geschaffen, als nach 1420 die Universität, die älteste in Europa, einen Lehrstuhl für Musiktheorie einrichtete. Dazu berief sie aus Salamanca Bartolomé Ramos de Pareja (ca. 1440 ─ ca. 1521). Dieser schrieb 1482 die ´Música práctica´ zusammen mit seinem Kommilitonen Giovanni Spartaro. Sie brachen mit dem pythagoreischen System.
Um diesen bildete sich ein Kreis, über dessen Aktivitäten leider kaum Informationen vorliegen. Ramos de Pareja siedelte 1484 nach Rom über.
Im 17.Jahrhundert wurde die Akademie mit dem Schulbetrieb der Collegiata di S. Petronio zusammengelegt.

Teilnehmer
Gian Maria Artusi ca. 1540 ─ 1613
wurde von Zarlino ausgebildet und komponierte mehrstimmige Canzonette.
Ercole Bottrigari 1531 ─ 1612
war vielseitig tätig als Architekt, Mathematiker und Poet. Er veröffentlichte Madrigale und hatte Kontakt mit Tasso und Zarlino.
Giovanni Spartaro 1458 ─ 1541
publizierte 1482 zusammen mit Ramos de Pareja ´Música práctica´.
Bartolomeo Spontone 1530 ─ 1592
studierte in Rom, war Sänger und wurde maestro die Capella an S. Petronio in Bologna.
Lodovico Spontone 1555 ─ 1609

Literatur
Michele Maylender: Storia delle Accademie d’Italia. Bologna 1926-30



Camerata Fiorentina

dt. Florentiner Camerata
1573 ─ 1587 Florenz

Der Kreis von Florentiner Prominenten, die z. T. bereits in der →Accademia degli Alterati zusammengearbeitet hatte, beschäftigte sich mit antiker Musik. Sie hatten die Vorstellung, »einer Wiederbelebung der griechischen Tragödie. Die Musik sollte dabei auf monodische Weiser zur Hebung des Textes beitragen, Rhythmus und Melodie sich der Sprache anpassen. Galilei schloß sich Girolamo Meis Theorie an, daß die antiken Dramen durchgehend gesungen wurden.

Gründer
Giovanni Bardi, Conte di Vernio 1534 ─ 1612
war Cembalist und stellte sein Haus für die Treffen zur Verfügung; 1592 ging er nach Rom.

Teilnehmer
Giulio Caccini 1551 ─ 1618
war Gesangslehrer.
Gabriele Chiabrera 1552 ─ 1638
war ein Poet, der sich an Anacreon und Pindar orientierte.
Jacopo Corsi 1561 ─ 1602
förderte Komponisten und löste Bardi ab.
Vincenzo Galilei ca. 1520 ─ 1591
war Musiktheoretiker und Komponist von Madrigalen, Lautensätzen und Monodien. Er legte 1581 den ´Dialogo della musica antica e moderna´ vor. Sein Sohn war der berühmte Astronom.
Jacopo Peri 1561 ─ 1633
komponierte Opern und Kantaten. Er vertonte Rinuccinis Oper ´La Dafne´.
Ottavio Rinuccini 1562 ─ 1621
war Poet und Librettist u.a. der Oper ´La Dafne´. Ab 1589 arbeitete er mit Jacopo Corsi zusammen.
Pietro Strozzi
war eigentlich condottiere, aber sehr musikalisch. Obwohl mit einer Medici verheiratet, war er Gegner der Politik der Medici.

Literatur
Rolf Fath: Reclams Opernlexikon. Stuttgart 1989


Accademia Fisico-matematica
1677 ─ 1698 Rom

Da die von der Exkönigin von Schweden, Christina, initiierte →Accademia Arcadia auf das Musiktheater orientiert war, entschlossen sich einige an Arcadia Beteiligte dazu, eine naturwissenschaftliche Akademie ins Leben zu rufen, in der namhafte Vertreter der Fachbereiche Philosophie, Mathematik, Mechanik, Optik und Anatomie sich anregen und austauschen konnten. Aber auch die Tierwelt, Pflanzen, Fossilien und die Geologie hatten sie im Blick.

Gründer
Giovanni Giustino Ciampini 1633 ─ 1698
war beruflich Prälat und Monsignore, von seinen Interessen her aber Archäologe, Kirchenhistoriker und Alchimist. Er gründete 1671 auch eine Gesellschaft für Kirchengeschichte

Teilnehmer
Paolo Antonisio
Adriano Auzout 162 ─ 1691
war ein französischer Astronom und Physiker; er baute Fernrohre.
Urbano d’Aviso
fisico-mathe-2Giuseppe Campani: Horloge nocturneschrieb ´De Fontium atque Fluminum´.
Giorgio Baglivi 1668 ─ 1707
war Anatom.
Antonio Baldigiani 1647 ─ 1711
gehörte dem Jesuitenorden an und war mit dem Philosophen Leibniz bekannt.
Francesco Bianchini 1662 ─ 1729
war Philosoph und Kammerherr des Papstes Clemens XI.
Paolo Silvio Boccone 1633 ─ 1704
war als Zisterzienser Arzt und Botaniker.
Giovanni Alfonso Borelli 1608 ─ 1679
Francesco Brunacci
war Anatom und Mathematiker.
Filippo Buonarotti 1661 ─ 1733
war Politiker am Hof des Großherzog Cosimo III.
Giuseppe Campani 1635 ─ 1715
entwickelte als Uhrmacher neue Mikroskope.
Matteo Campani
war Physiker und vor allem an Mechanik interessiert.
Domenico Casini 1625 ─ 1712
hatte als Astronom sowie Mathematiker Kontakt zum Observatorium in Paris und trieb Saturnforschung.
fisico-mathe-1Fortifikationsentwurf von
Francesco Eschinardi
Pietro Celebrino
bau
te Teleskope.
Marcantonio Cellio
war Astronom und forschte über Phosphor.
Vincenzo Maria Coronelli
beschäftigte sich mit dem Himmelsglobus.
Francesco Eschinardi 1623 ─ 1703
forschte im Bereich Mikrokosmos und hatte Kontakte nach Paris.
Raffaello Fabbretti 1620 ─ 1700
war Historiker und Archäologe.
Agostino Fabri
Antonino Filarete 1618 ─ 1685
war Schüler von Galilei
Gottfried Wilhelm Leibniz 1646 ─ 1716
Der Philosoph hielt sich 1689/90 in Rom auf und entwickelte Röhren für die Optik.
Vincenzo Leonio 1650 ─ 1720
war als Petrarkist auch Librettist. Er hatte in Spoleto Philosophie, Grammatik und Rhetorik studiert. 1671 kam er nach Rom.
Giovanni Lucej
Pietro Marcellino Lucej
Cornelius Meyer
beschäftigte sich mit den antiken Funden.
Giovanni Michele Milani
schrieb 1698 Canzoni.
Francesco Minniti
trieb Naturbeobachtungen.
fisico-mathe-3Geminiano Montanari:
Ausgabe seiner Briefe von 1671
Geminiano Montanari
war als Jurist Linsenschleifer und Astronom. Er veröffentlichte 1671 ´Speculazioni Fisiche´.
Bartolommeo Nappini 1637 ─ 1717
war Poet.
Francesco Onofrio Odierna 1644 ─ 1669
schrieb ´De aborto bicorporeo´.
Antonio Oliva
Francesco Maria Onorati
Andrea Penci
schrieb u.a, ein Gedicht auf Alexander VIII.
Tommaso Petrucci
war Professor für Anatomie.
Dionisio Ponthio
forschte über Kometen.
Lucantonio Porzio 1639 ─ 1723
war Arzt und Philosoph.
Domenico Quarteroni 1651 ─ 1736
war Festungsbaumeister in Rom.
Francesco Redi 1626 ─ 1697
war Philosoph, Toxikologe und Parasitologe. Er schrieb ein Traktat im Bereich Physik/Mathematik.
Francesco Serra
Giuseppe Terzi 1640 ─ 1700
Beschäftigte sich mit Mikroskopie und schrieb ´De curiositatibus physicis´
Giuseppe Teutonico
Carlo Tortoni
Evangelista Torricelli 1608 ─ 1647
war als Physiker und Mathematiker Sekretär von Ciampini gewesen.
Giordani Vitale 1633 ─ 1711
In der Spätphase der Akademie kamen nochmals 36 Mitglieder hinzu.

Literatur
Michele Maylender: Storia delle Accademie d'Italia. Bologna 1926-30


Die Fruchtbringende Gesellschafft
auch: der fruchtbringende Palmbaum
1617 Köthen/Anhalt und Weimar

FruchtbringendePeter Ißelburg: Fruchtbring. Gesellschaft.
Der Kupferstich zeigt eine Sitzung.
Zeitlich ganz knapp vor dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges kam es in Mitteldeutschland zu einer erweiterten Adelsversammlung aus König Carl Gustav von Schweden, 3 Churfürsten, 49 Herzögen, 59 Fürsten, 60 Grafen, 8 Pfalzgrafen, 10 Landgrafen, 4 Markgrafen und 45 Baronen. Der Kern jedoch bestand aus 12 Personen, die sich spielerisch-ironische Gesellschaftsnamen gegeben hatten. Insgesamt werden ihr 527 Anhänger zugerechnet, die nicht alle höfisch waren. Ausgangspunkt war ein Gespräch über italienische Akademien gewesen.
Die Initiatoren waren der Ansicht, die deutsche Sprache so verdorben und müsse gereinigt werden, vor allem von fremdländischen Ausdrücken. »… die Membra sich äusserst angelegene seyn lassen, die teutsche Sprache, von ihren Fehlern zu reinigen, und emporzuheben« (Zedler). Damals brachte Teutleben das Gespräch auf die Gefährdung der deutschen Sprache durch das Französische. »Er schlug vor, daß sich nach italienischem Muster eine Gesellschaft bilden möge, an deren Spitze ein deutscher Fürst als Vorsitzender trete, und die lediglich den Zweck haben sollte, die deutsche Sprache gegen fremdländische Einflüsse zu schützen« (Allgemeine Deutsche Biographie).
Auch die Orthographie sollte vereinheitlicht werden. Wolfgang Ratkes Appell, eines Pädagogen auf dem Frankfurter Reichstag 1612, zeigte Wirkung. frucht-farbigGesellschaftsschild der Fruchtbringenden
Gesellschaft: Palmenhain »Devise und
Wappen durften nicht fehlen. Es war der
Palmbaum mit der Umschrift „Alles zu
Nutzen“. Das allegorische Spiel mit Namen
und Sachen in der Blütezeiten hat Ludwig
von Anhalt, das Oberhaupt, in ein
gutgemeintes, aber groteskes Sonett gefaßt:
Kommt, lernt vom Palmbaum, Ihr, die Euch
begeben In die Gesellschaft wollt, wie Ihr
es stellet an, Daß Euch fruchtbringend
heiß‘ und halt ein Jedermann…«
(Werner Kohlschmidt S. 29).
Außerdem hatten die Beteiligten erkannt, daß die Zersplitterung der deutschen Lande diesen Prozeß befördert hatte und daß dringend gegengesteuert werden müsse. Sie trauten nur dem Mittelbau des Adels diese Durchsetzungskraft zu. Neben einem selbstgewählten Beinamen »sollte jedes Glied derselben sich von einem Baume, Pflantze, Blume oder andern Erd-Gewächse, ein Sinnbild erwählen« (Zedler).
Die Gesellschaft kam zwar zu Tafelrunden (u.a. auf Schloß Hornstein, genannt Wilhelmsburg) zusammen, führte aber auch untereinander ausgiebig Korrespondenzen (u.a. mit Auswärtigen wie J. Rist), die später veröffentlicht wurden. Die umfangreichen Akten lagern im Archiv in Weimar.

1.Vorsitzender
Wilhelm von Anhalt-Köthen, Herzog von Sachsen-Weimar / Birne / der Schmackhafte 1598 ─ 1662

2.Vorsitzender
August von Sachsen / der Wohlgerathene 1614 ─ 1680
übernahm 1662 den Vorsitz und war ab 1667 Administrator des Erzbistums Magdeburg. Nach seinem Tod erlahmte der Impuls der Gruppierung.

Teilnehmer
Ludwig von Anhalt-Köthen, Fürst / der Nährende 1579 ─ 1650
war Mitbegründer. Er stand sowohl mit → Crusca, als auch → Fiorentina in Kontakt.
Fürst Ludwig unterhielt eine eigene Druckerei, in der auch italienische Gedichte (T. Campanella u.a.) gedruckt wurden.
Sigmund von Birken 1626 ─ 1681 
war Schriftsteller, Hofmeister und Übersetzer. Mitglied seit 1658. Seine publizistische Arbeit trug wesentlich zur Sprachförderung bei.
Hans Ernst von Borstel
stammte von einem Gut Borstel bei Hamburg.
Christoph zu Dohna / der Heilende 1583 ─ 1637
nach einem internationalen Studium wurde er Diplomat.
Everwin von Droste zu Möllenbeck / der Labende 1592 ─ 1661
war zunächst Kammerjunker und Gutsherr bei Fürst Ludwig.
Friedrich Hortleder 1579 ─ 1640 
war Erzieher der sächsischen Prinzen und später Hofrat.
Tobias Hübner / der Nutzbare 1578 ─ 1536
war Geheimer Rat in Dessau/Anhalt und Kursächsischer Geheimer Rat.
Friedrich von Kosboth / der Helfende 1630 ─ 1701
war Cammerrath in Weimar
Heinrich von Krage / der Gemästete 1583 ─ 1630
war Domherr in Halberstadt.
Christoph von Krosigk / der Wohlbekommende 1576 ─ 1638
wurde zum Hofmarschall in Dessau berufen.
Andreas von Randow / der Leimende *1580
war Hofmann in Dessau
Wolfgang Ratke 1571–1635
hatte als Pädagoge schon 1612 vor dem Frankfurter Reichstag für eine Sprachgesellschaft plädiert.
Johann Casimir von Sachsen-Coburg / der Durchdringende 1564 ─ 1633
regierte zusammen mit Johann Ernst in Sachsen-Weimar.
Albrecht von Sachsen-Eisenach / der Unansehnliche 1599 ─ 1644
war einige Jahre Regent in Eisenach.
Ernst I. von Sachsen-Gotha-Altenburg / der Bittersüße 1601 ─ 1675
wurde erzogen von Caspar von Teutleben und und Hofrat Friedrich Horetleder.
Bernhard von Sachsen-Weimar / der Austrucknende 1604 ─ 1639
war Heerführer im Dreißigjährigen Krieg.
Friedrich von Sachsen-Weimar
studierte an der Universität Jena, war Mitbegründer und wurde Heerführer im Dreißigjährigen Krieg.
Johann Ernst d.J. 1594 ─ 1626
übernahm 1615 die Regentschaft in Sachsen-Weimar und war Mitbegründer.
Johann Friedrich von Sachsen-Weimar / der Entzündete 1600 ─ 1628
war ´aus der Art geschlagen´ und wurde von seinen Brüdern verhaftet.
Caspar von Teutleben / der Mehlreiche 1576 ─ 1629
nahm die →Accademia della Crusca zum Vorbild und war Oberhofmarschall in Weimar.
Dietrich von dem Werder / der Vielgekrönte 1584 ─ 1657
war von Adel und lebte als Übersetzer (u.a., Torquato Tasso) und Liederdichter.
Curt Dietrich aus dem Winkel

weitere Teilnehmer bzw. Gäste
Johann Valentin Andreae 1586 ─ 1654
seit 1638 Hofprediger und Konsistorialrat in Stuttgart. 1646 Mitglied der Gruppe
Johannes Rist / der Rüstige 1607–1667
war Pfarrer und Poet (→ Elbschwanenorden) in Wedel bei Hamburg.

Literatur
Allgemeine Deutsche Biographie. Berlin
Werner Kohlschmidt: Geschichte der Deutschen Literatur vom Barock bis zur Klassik. Stuttgart 1965
Johann Heinrich Zedler: Das Grosse vollständige Universal-Lexicon aller Wissenschaften und Künste. Bd. IX Leipzig
Bildnachweis
wikipedia.org/wiki/Fruchtbringende_Gesellschaft#/media/Datei:FruchtbringendeGesellschaft.jpeg (14.9.2020)
Werner Kohlschmidt: Geschichte der Deutschen Literatur vom Barock bis zur Klassik. Stuttgart 1965


Accademia della Fvcina
dt. der Schmiede
auch: Accademia dei Fucinanti
1639 ─ 1678 Messina

Eine Gruppe von Gebildeten in Messina traf sich zur ´conversazione letteraria´ im Palazzo di Grigorio. Alle Teilnehmer hatten promoviert und veranstalteten literarische und philosophische Gesprächsrunden. Sizilien stand damals unter spanischer Herrschaft. Die Politik wurde in den Diskussionen nicht ausgeklammert und von den freiheitlichen Tendenzen beflügelt. 1647 kam es zu einer Revolte in Messina.
Daß man heute den Personenkreis der ´Fucinanti´ kennt, geht auf die Akribie von Giacomo Nigido-Dionisi zurück. Die umfangreiche Namenliste der zweiten Blüte der Akademie findet sich auf S. 66 bei M. Maylender.
Die Akademie ließ einige Broschüren drucken; 1656, 1658 und 1660 erschienen kleine Anthologien von Lyrik in volgare. 1665 wurde eine Geschichte des trojanischen Krieges von Guido delle Colonne gedruckt. Das Motto der Akademie lautete: FORMAS VERTIT IN OMNES (er/sie/es verwandeln sich in alle Formen) und wurde von Vergil übernommen.

D. Niccolò Lipsò ─ D. Carlo Musarra ─ D. Antonio Prosimi ─ D. Silvestro Risica ─ D. Francesco Rubbà ─ D. Alessandro Staiti ─ D. Francesco Tornesi ─
D. Giovanni Ventimiglia
stammte aus einer Familie von adligen Politikern.

Literatur
Michele Maylender: Storia delle Accademie d’Italia. Bologna 1926-30
Giacomo Nigido-Dionisi: L‘Accademia della Fvcina di Messina. Catania 1903