Accademia degli Ortolani I
dt. der Gartenliebhaber
1543 ─ 1545 Piacenza

Die Beteiligten waren keine Freunde der Gartenarbeit, sondern ergingen sich bei ihren Treffen in einem Garten der Stadt. Nach dem Florentiner Vorbild nannten sie sich so. In diesem Stück kultivierter Natur ´regierte der Dio degli Horti´ / Gott des Gartens, und sie erörterten dort ihre Themen, deren Spektrum aus Philosophie, Logik, Rhetorik, lateinischer Poesie und dem Toskanischen bestand. Von daher könnte der Topos ´Arkadien auf kleinem Raum´ wichtig gewesen sein. Jedenfalls spielte die Gestalt des phrygischen Gottes Priapos für sie eine Rolle, Sohn der Aphrodite, der in Griechenland erst zur Zeit der makedonischen Herrschaft Fuß faßte.
Ihr Motto lautete: Se l’Humor non vien meno █. Untereinander redeten sie sich mit ihrem Phantasienamen an, der auch bei den kleineren Schriften, die sie verfaßten, verwendet wurde. Die Gruppe, an der auch Frauen beteiligt gewesen sein sollen, hatte einen Decknamen: la Semenza/Samen

Gründer
-14-Lud
Tintoretto: Portrait Lodovioc Domenichi
Lodovico Domenichi 1515 ─ 1564
hatte einen Lehrstuhl für alte Sprachen inne und übersetzte antike Texte. 1574 publizierte er einen `Dialogo delle Imprese`.
Antonio Francesco Doni / Barbassoro 1513 ─ 1574
war Kleriker. Er studierte in Florenz Jura und lernte die von den Medici initiierten →Orti Oricellai kennen. Für die Gruppe war er daher der Erfahrene.

Teilnehmer
Antonio Bracciforti
Giovambattista Boselli
Bartolomeo Gottfredi
übernahm die Funktion des Sekretärs.
Girolamo Mentovato
Tiberio Pandola

Literatur
Michele Maylender: Storia delle Accademie d‘Ítalia. Bologna 1926-30