Erstveröffentlichung

Barthel Beham

Frau K. Schellenberg

77.02-Beham-FR.Schell 240Im Gegensatz zu ihrem auffallend schlicht gekleideten Mann (s. Beitrag Beham, Hans U. Schellenberg) ist Frau Schellenberg edel ausgestattet, wenn auch nicht prunkvoll. Bedauerlich ist nur, daß in den Berichten über ihren Mann sich keine Erwähnung von ihrer Herkunft findet. Anzunehmen ist jedoch, daß beide ca. 1517 geheiratet haben, denn es gab einen ebenfalls erfolgreichen Sohn Hans Ulrich, der 1518 geboren wurde.

Auf ihrem Siegelring sind die Buchstaben K S zu erkennen. Vermutlich trug sie also den Vornamen Katharina; es fand sich aber keine Bestätigung. Ihr Mann, H, Schellenberg, war an der Verteidigung Wiens 1529 gegen die Türken unter Süleyman (1494─1566) beteiligt und wurde dabei ausgezeichnet. Dieser Erfolg war offensichtlich der Anlaß, 1529 mit einem Beutestück vom Türkenkrieg, einem Papagei, ein Geschenk für seine Frau zu machen und sie für die Nachwelt verewigen zu lassen. Hier eine metaphorische Bedeutung herauszulesen, macht jedenfalls keinen Sinn.

Bildnachweis
Kurt Löcher: Barthel Beham. Berlin 1999 Nr. 67